Freitag, 1. August 2014

#6-vierter Reiseeintrag

Am Mittwochmittag in Nida angekommen, fand ich eine Unterkunft in einem Doorm-Room mit 10 Betten.



Danach wollte ich ein wenig Kultur betreiben und machte mich als erstes auf den Weg zum ehemaligen Ferienhaus Thomas Manns.



Ein wenig von seiner Biografie kannte ich ja schon, war aber von den näheren Beschreibungen und der Intensität wie sie hier auf mich wirkte sehr beeindruckt.
Seine "Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft", die er im Oktober 1930 in Berlin hielt, war für mich dabei am bewegensten.
Aber auch die sehr interessanten Hintergründe zu seiner Familie haben den Aufstieg zu seinem wunderschön gelegenen Ferienhaus lohnenswert gemacht.





Danach schaute ich mich noch im unweit gelegenen Haus von Herrmann Blode um, der Endes des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts in seiner Künstlerkolonie eine illustre Gesellschaft beherbergte.


Die gesammelten Kunstwerke wurden leider von sowjetische Soldaten verheizt, die auch den gegenüber gelegenen alten Fischerfriedhof mit seinen Kurenkreuzen verwüsteten und die Evangelisch-Lutherische Fischerkirche plünderten.



Trotzdem waren noch einige Zeugnisse anrührender Schicksale vorhanden.





Am Abend speiste ich auswärts, schaute mich noch auf einem Open Air um, trank ein paar Bier und war gegen 10 Uhr im Schlafsaal der erste, der sich zur Ruhe legte.

Deshalb war ich am nächsten Morgen auch schon 5 Uhr wach und machte mich auf den Weg Richtung russischer Enklave, deren Grenze 10 Km später auftauchte.


Entgegen allen Bedenken waren die Grenzbeamten höflich und freundlich, sprachen sogar ein wenig deutsch und wollten weder als Machtdemonstration meine Packtaschen fleddern, einen Pupillenscreen durchführen, Waterboarding verüben oder eine Scheinhinrichtung veranstalten.

Da können sich unsere nordamerikanischen "Freunde" ruhig mal ein Beispiel daran nehmen.


50 Km weiter kam ich in Selenogradsk, am südlichen Ende der kurischen Nehrung, an und fand dort Unterschlupf in einer Privatwohnung, in einem Plattenbaughetto.



Interessant war, das sowohl die ursprünglichen Haus-, als auch Wohnungstüren gegen schwere Eisentüren ausgetauscht wurden.
Die Haustüren lassen sich zudem nur mit einem Chip oder einem Code öffnen.


Die Wohnung war aber in Ordnung, wenn ich mich auch, auf Grund der rostzerfressenen Träger, nicht so recht auf den Balkon traute.
In der Küche konnte ich mir dann richtige Radlernahrung zubereiten und wieder ein paar hiesige Biere testen.

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